OPFER Schutz
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OPFER Schutz

Schutz gegen häusliche Gewalt

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Opferschutz

Menschen aller Altersgruppen können Opfer von Gewalt werden. Diese kann körperlicher, psychischer und/oder auch sexueller Natur sein, wobei Überschneidungen so gut wie immer vorliegen. Gerade jetzt, d. h. in Zeiten, in denen Menschen gezwungen sind, sich im häuslichen Bereich aufzuhalten, ist die Gefahr, Opfer von häuslicher Gewalt zu werden, besonders groß. Der Bundespräsident und dessen Ehefrau haben es in der Ansprache vom 08. April 2020 dargestellt:

Typische Gewalttaten fallen unter verbreitete Begriffe wie "häusliche Gewalt" oder "Stalking", wobei die Bezeichnung "häusliche Gewalt" für Fälle vorbehalten ist, in denen Opfer und Täter aufgrund familiärer oder wohnungsbedingter Umstände zusammenleben. Dies kann für das betroffene Opfer besonders problematisch sein, da der eigentlich sichere Rückzugsort genau der ist, an dem wiederholt mit der Erfahrung von Gewalt gerechnet werden muss.

Auch Opfer von Stalking verlieren oftmals objektiv ihre Privatsphäre und subjektiv ihr Sicherheitsgefühl in den eigenen vier Wänden, auch dann, wenn der Stalker gar nicht akut anwesend ist. Ständiges Nachstellen und vergleichbare Tätigkeiten können zu psychischen Belastungen führen.

Für Dritte sind jedoch oftmals nur die Spuren körperlicher Gewalt erkennbar. Spuren von psychischer oder sexueller Gewalt zu erkennen, ist mangels optischer Hinweise meist schwieriger. Hinzu kommt, dass sich Opfer von Gewalt gar nicht als solche sehen, weil sie es beispielsweise von klein auf nicht anders kannten oder weil sie aus bestimmten Gründen glauben, eine solche Behandlung zu verdienen. Sie geben sich also bisweilen sogar selbst die Schuld an dem, was sie erleiden müssen. Selbstverständlich verdient niemand eine solche Behandlung, jedoch schaffen es Täter immer wieder, ihre Opfer durch ständige Vorwürfe und verdrehte Rechtfertigungen in ihrer gefügigen Haltung verharren zu lassen. Insbesondere nähere Freunde und Verwandte eines potentiellen Opfers sind deshalb dazu angehalten, auf etwaige Hinweise wie Verhaltensänderungen zu achten und anschließend mit den Betroffenen über die Situation zu reden.

Opfer von häuslicher Gewalt trennen sich oftmals aufgrund eines Abhängigkeitsgefühls nicht vom gewalttätigen Partner. Bekannt ist zum Beispiel die Angst, mangels eines (ausreichenden) Einkommens keine eigene Wohnung zu finden und deshalb womöglich mit den Kindern auf der Straße zu landen. Aber diese Angst ist nicht berechtigt:

In solchen Fällen können mit unserer Hilfe einstweilige Anordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz (GewSchG) erwirkt werden. Mit einer solchen Anordnung kann es dem Täter gerichtlich verboten werden, sich seinem Opfer zu nähern oder es zu drangsalieren. Selbst dann, wenn die gemeinsame Wohnung rechtlich allein dem gewalttätigen Partner gehört, kann dieser für bis zu 6 Monate aus der Wohnung verbannt werden, damit sich das Opfer in dieser Zeit um eine eigene Bleibe kümmern kann.

Wo gibt es Hilfe?

Allein oder zusammen mit einer aufmerksamen weiteren Person hat das Opfer die Möglichkeit, sich selbst zu helfen oder sich helfen zu lassen. Erster Ansprechpartner sind Beratungsstellen. Die für Sie zuständige Stelle kann man über ODABS - Online Datenbank für Betroffene von Straftaten ermitteln oder unter der Telefonnummer 116 006 das bundesweite Opfertelefon erreichen und so eine kostenlose Erstberatung erhalten.

Wagner-Tietz

Auch wir können Ihnen helfen. Frau Rechtsanwältin Eva Maria Wagner-Tietz (wagner-tietz@besier-brom.de, Bockenheimer Anlage 7, 60322 Frankfurt, Telefonnummer 069 87 00 178 50) ist seit vielen Jahren im Bereich des Opferschutzes tätig. Sie verfügt über große Erfahrungen im Umgang mit Opfern von Gewalt und Aggression und kann Sie gegenüber Tätern mit den Mitteln des Rechtsstaats verteidigen.

Sollte es zu einem Strafprozess und oder einem Zivilprozess kommen, gibt es ebenso Programme für die psychosoziale Prozessbegleitung, damit sich das Opfer nicht erneut unvorbereitet in einer Extremsituation befindet. Eine solche Prozessbegleitung ist äußerst wichtig, da etwaige Ansprüche gegenüber dem Täter nur im Rahmen eines Zivil- oder Strafprozesses (oder Adhäsionsverfahren) geltend gemacht werden können. Der deutsche Gesetzgeber hat insofern auf kritische Äußerungen reagiert, dass er die Opfer von Gewalttaten nicht mehr als bloße Objekte – nämlich Zeugen - eines möglichen Prozesses betrachtet, sondern diesen die Möglichkeit gegeben hat, selbst als sogenannter Nebenkläger mitgestaltendes Subjekt zu werden. Weitere Unterstützung kann auch der Verein Nebenklage e.V. geben.

Leider erreicht die Gewaltbereitschaft des Täters oftmals ihren Höhepunkt, wenn er (oder sie) merkt, dass sich das Opfer Hilfe sucht und zum Beispiel die Beziehung beendet. Aber auch dies sollte Opfer nicht abschrecken, gegen den Täter vorzugehen. Denn es gibt Möglichkeiten, dem zu begegnen. Um einer solchen Situation aus dem Weg zu gehen, gibt es das anonyme Beweissicherungsverfahren. Das heißt, dass mögliche Beweise professionell und vor Gericht verwertbar von unabhängigen Dritten gesichert werden, ohne dass dies der Täter bemerkt oder die Polizei sofort ein Strafverfahren einleitet.

Oftmals bringt der Gewalttäter seine Opfer neben den körperlichen und seelischen auch in finanzielle Notlagen, da manche Gesundheitsschädigungen weitreichende Behandlungskosten auslösen, welche meist zunächst vom Opfer selbst getragen werden müssen. Zwar hat der Täter diese Kosten im Rahmen des Schadensersatzes eigentlich auszugleichen, jedoch kommt es auch bei einem gewonnen Prozess häufig vor, dass der Täter zahlungsunfähig ist. In solchen Fällen kann unter Umständen ein Anspruch gegenüber dem Staat nach dem Opferentschädigungsgesetz bestehen. Sollte ein solcher Anspruch nicht bestehen, existieren auch etwaige Stiftungen und Vereine, die in vergleichbaren Fällen Opfern finanziell helfen.

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